Energieeffizienz als Chance: Rückblick auf den Swissesco Summit 2026
Wie schaffen wir es, vorhandene Effizienzpotenziale nicht nur zu erkennen, sondern auch tatsächlich umzusetzen? Und welche neuen Chancen entstehen durch die Energieeffizienz-Verpflichtungen für Elektrizitätslieferanten?
Diese Fragen standen am 27. Oktober im Zentrum des Swissesco Summit 2026 im Raiffeisen Forum in Bern.
Eröffnet wurde der Anlass von der Swissesco-Präsidentin Ema Bolomey, die krankheitsbedingt nicht persönlich teilnehmen konnte und die Gäste deshalb per Videobotschaft begrüsste.
Praxis: Sportzentrum Grindelwald
Den Auftakt des Fachprogramms machte Sebastian Stock vom Sportzentrum Grindelwald mit einem sehr konkreten Blick in die Praxis. Am Beispiel des Sportzentrums zeigte er, wie eng energetische, betriebliche und finanzielle Herausforderungen miteinander verbunden sind – und vor welchen langfristigen Investitionsentscheidungen Betreiber bestehender Infrastrukturen stehen.
Erneuerbare Energien und Energieeinsparungen als zentrale Pfeiler der Energiewende
Cédric Jeanneret (SIG-éco21) weitete anschliessend den Blick: Erneuerbare Energien und Energieeinsparungen sind zwei zentrale Pfeiler der Energiewende.
Energie, die gar nicht erst verbraucht wird, stärkt nicht nur Klima und Versorgungssicherheit, sondern schafft auch wirtschaftlichen Mehrwert. Mit Energy Savers zeigte er zudem, wie Zusammenarbeit, Wissenstransfer und gemeinsame Sichtbarkeit dazu beitragen können, Energieeffizienz weiter voranzubringen.
Energieeffizienz-Verpflichtungen für Elektrizitätslieferanten (EFFEL)
Andreas Rothen (act Cleantech Solutions) rückte danach die Energieeffizienz-Verpflichtungen für Elektrizitätslieferanten (EFFEL) in den Mittelpunkt.
Seit 2025 müssen Elektrizitätslieferanten jährlich Stromeinsparungen bei Endkundinnen und Endkunden nachweisen.
Daraus entstehen nicht nur neue Anforderungen, sondern auch neue Förder- und Geschäftsmöglichkeiten für konkrete Effizienzprojekte.
Aus identifizierten Potenzialen werden umgesetzte Projekte
Wie aus identifizierten Potenzialen tatsächlich umgesetzte Projekte werden können, zeigte anschliessend Florian Furrer (PEIK). Denn eine technisch und wirtschaftlich sinnvolle Massnahme wird nicht automatisch realisiert: fehlende Investitionsmittel, knappe Ressourcen oder andere Prioritäten können die Umsetzung verhindern.
Gerade hier bieten sich interessante Schnittstellen zwischen PEIK und Energiespar-Contracting.
Podium und Fazit
Den Abschluss des fachlichen Programms bildete eine engagierte Podiumsdiskussion mit Christophe Clivaz, Nicolas Kolly und Kurt Bisang, moderiert von Hansjörg Sidler.
Dabei wurde deutlich: EFFEL befindet sich zwar noch in einer frühen Phase, doch das Instrument kommt zunehmend in der Praxis an. Was zunächst teilweise auf Skepsis stiess, wird heute von immer mehr Akteuren auch als Chance für neue Angebote und einen wachsenden Markt für Energieeffizienz verstanden.
Gleichzeitig wurde durchaus kontrovers diskutiert: Wie viel Regulierung braucht es? Wie lässt sich der administrative Aufwand begrenzen? Welche Anreize funktionieren? Und wie schaffen wir einen Markt, in dem sich Energieeinsparungen wirtschaftlich lohnen?
Genau dieser Austausch zwischen Praxis, Energiewirtschaft, Politik und Verwaltung macht den Swissesco Summit aus.
Ein herzliches Dankeschön an alle Referenten und Podiumsteilnehmenden sowie an unsere Gäste und Mitglieder für die spannenden Inputs, die offenen Diskussionen und die vielen persönlichen Gespräche.
Wir nehmen vor allem eines mit: Energieeffizienz ist weit mehr als eine Verpflichtung – sie ist eine Ressource und eine wirtschaftliche Chance.